virtueller Reiterhof Happy Horses
Forum   About   Community   Guests   Members   Something else


www.happy-horses.com > guests > wissenswertes > hufschmied




Hufschmied


Falls ihr hier Hufschmied von Beruf seid und nicht recht wisst, was ihr machen müsst und wie das geht, hier ein paar Infos:



Hufe der verschiedenen Pferdearten:

Vollblutpferde z.B. sind dafür bekannt, dass sie dünne Sohlen haben und ihre Hufe somit sehr anfällig für Prellungen sind.
Das Iomudpferd hingegen hat, wie viele der russischen Ponyrassen, harte Hufe.



Was die Hufe über das Pferd aussagen können:

Sind die Hufe im Verhältnis zur Pferdegröße klein, kann es Stöße schlechter abfangen und anfällig für Lahmheiten sein, wenn es viel auf hartem Boden geritten wird.
Große und flache Hufe können ebenfalls empfindlich auf harte Stöße reagieren.



Hufmerkmale:

Wenn der Huf vorstehende Rillen oder Ringe aufweist, kann dies auf eine Hufkrankheit oder Überfütterung hinweisen und sollte auf jeden Fall untersucht werden. Steht das Pferd zeheneng (mit nach innen gedrehten Zehen), kann es wahrscheinlich nicht gerade laufen! Eine zehenweite Beinstelung (nach außen gedrehte Zehen) deuten auf das selbe Problem hin. Mit dieser Beinstellung können die Beine des Pferdes beim Laufen aneinander reiben und Verletzungen verursachen.

Die Hufe eines Beinpaares sollten grundsätzlich die selbe Größe und Form aufweisen und mit dem selben Winkel zum Boden stehen.



Aufbau des Hufes:

Der Huf wird in die 3 Bereiche Zehe, Seiten und Ballen unterteilt.
Die Hornwand ist der Teil des Hufes, der beim stehenden Pferd sichtbar ist und trägt den größten Teil des Pferdegewichts. Sie besteht aus unempfindlichen Horn, das an den Ballen nach innen gebogen ist und die Trachten bildet. Die Trachten befinden sich ander Unterseite des Hufes zwischen Strahl und Sohle. Da die Hornwand keinen vollständigen Kreis bildet, kann sich der Huf ausdehnen, sobald er beim Laufen den Boden berührt.

Die Außenseite der Wand weist häufig schmale Rillen auf, die wagerecht zum Kronenrand verlaufen und als "Wachstumsringe" bezeichnet werden. Das Horn wächst vom Kronenrand aus nach unten und besteht aus tausenden von Röhrchen, zwischen denen sich als Bindesubstanz das Zwischenrörchenhorn befindet. Die Hornwand ist von einer dünnen Schutzwand umgeben, die als Lederhaut bezeichnet wird und deren wesentliche Funktion darin besteht, den Bereich zwischen Kronenrand und Hufwand zu schützen.

Die Lederhaut an der unteren Hälfte der Wand nutzt sich auf natürliche Weise ab und spielt daher nur eine untergeordnete Rolle bei der Reduzierung der Feuchtigkeitsverdunstung in diesem Bereich. Die Unterseite des Hufes besteht größtenteils aus der Sohle, die konkav zum Boden verlaufen sollte, der weißen Linie zwischen Sohlenrand und Hornwand und dem Strahl, der gewissermaßen als Stoßdämpfer fungiert und das Pferd vor dem Ausrutschen bewahrt. Der Strahl besteht aus elastischem keilförmigen Horn und sollte Bodenkontakt haben. Es ist sehr wichtig, den Strahl gesund zu erhalten, und vor Infektionen (z.B. Strahlfäule) zu schützen.

Im Inneren des Hufes sind die unempfindlichen Hornschichten der Wand fest mit der empfindlichen Lamellenstruktur verbunden, die wiederum das Hufbein trägt. Im Hufinneren befinden sich drei Knochen, das Hufbein, das Strahlbein und der untere Teil des kurzen Fesselbeins. Oberhalb der Sohle liegt das Hufpolster und über dem Strahl das Strahlpolster. All diese empfindlichen Innenstrukturen helfen dem Pferd beim Laufen, den Boden zu spüren. Strahl, Trachten, Strahlpolster und Hufknorpel sind elastische Strukturen und spielen beim Abfangen von Stößen eine äußerst wichtige Rolle.



Vorbereitung:

Es ist äußerst wichtig, dass sich das Pferd beim Schmied gut benimmt und gewohnt ist, die Hufe zu heben. Bei jungen Pferden solltest du das Hufeheben jeden Tag üben und ihnen dabei mit der flachen Hand auf die Sohlen schlagen, um sie an Aktivitäten und Geräusche in diesem Bereich zu gewöhnen. Pferde müssen gewöhnlich alle 4 bis 6 Wochen neu beschlagen werden.
Das Pferd sollte bei Behandlungen des Schmieds auf einer harten ebenen Oberfläche stehen. Dabei solltest du darauf achten, dass die Hufe sauber, trocken und ausgekratzt sind. Beim Heißbeschlagen sollte in der Nähe des Pferdes auch ein stabiler Eimer mit kaltem Wasser befinden.


Abnehmen des alten Hufeisens:

Zunächst entfernst du die alten Hufeisen. Du beginnst dabei mit dem Umbiegen der Krampen. Dazu platzierst du deinen Bock unter der jeweiligen Krampe und bearbeitest sie mit dem Hammer, bis sie aufgebogen ist oder du trennst die Krampenspitze mit der Zange ab. Als nächstes hebelst du das Eisen mit der Zange vorsichtig vom Huf. Du beginnst dabei am Bein und arbeitest dich dann mit nach innen gerichteten Ziehbewegungen zum Zeh vor. Beim Entfernen der Eisen muss mit sehr viel Sorgfalt vorgegangen werden, damit keine Hornteile abgerissen werden.

Nachdem die Eisen entfernt wurden, müssen die Hufe für das Beschlagen vorbereitet werden: Du beschneidest überschüssiges Horn gegebenenfalls mit einer Hufschere oder einem Zieh- oder Hufmesser und bearbeitest alle unebenen Teile des Strahls oder der Sohle. Dann rapselst du den Huf gerade und schneidest mit der Raspel oder einem Ziehmesser die Kerbe für die Zehenkappe ein.


Beschlagen der Hufe:

Du erhitzt Hufeisen geeigneter Größe in der Esse, sodass das Metall eine bestimmte Temperatur erreicht und biegsam wird. Dann nimmst du eines der heißen Eisen mit Hilfe der Schmiedezange aus der Esse und steckst es auf einen Dorn mit dem es zum Pferd getragen wird. Das heiße Eisen wird gegen den Huf gehalten und brennt eine Markierung in das unempfindliche Horn. Anhand dieser Markierung kannst du erkennen, welche Anpassungen du an dem Hufeisen vornehmen musst. Anschließend legst du das Hufeisen auf den Ambost, wo du es mit dem Schmiedehammer formst und dem Huf anpassen kannst. Sobald du der Ansicht bist, dass das Hufeisen perfekt passt, wird es zum Abkühlen in kaltes Wasser getaucht und dann auf den Huf genagelt. Du beginnst mit dem Nageln normalerweise an der Zehe, wobei du die Nägel mit dem Beschlaghammer wechselseitig einschlägst.

Die meisten Hufeisen sind mit 4 Außen- und 3 Innennägeln versehen. Die vorderen Hufeisen haben gewöhnlich eine Zehenkappe, während die hinteren Hufeisen mit Seitenkappen versehen sind. Sie halten die Eisen in Position und vermeiden, dass es sich dreht oder verrutscht.

Nachdem alle Nägel eingeschlagen wurden, drehst du die spitzen Enden mit dem Klauenende deines Hammers ab. Nach dem EInschlagen müssen die Nägel zu Krampen umgeschlagen werden. Du bereitest mit der Raspel ein Krampenbett vor und schlägst die herausragenden Nagelspitzen in das Bett ein, um sie zu Krampen zu formen. Nachdem die Krampen mit dem Hammer in die richtige Position geschlagen wurden, sicherst du sie zusätzlich, indem du sie mit der Krampenzange flach umbiegst. Anschließend wird der gesamte Huf mit der Raspel geglättet. Du raspelst überstehende Kanten zwischen Hufeisen und Horn glatt.




aus "Pferde & Ponys"






Pferdelinie

Dies ist ein virtueller Reiterhof! Alles, was hier zu finden ist, ist nicht echt.
Alle Texte und Ideen unterliegen dem Copyright von happy-horses.com!
Bei Fragen oder Sonstigem < mailt uns >!